Theaterprojekt „Empfänger unbekannt“ in Kooperation mit dem jungen schauspiel lübeck
Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung, März 2026 – Wie verändert politische Propaganda eine Freundschaft? Was passiert, wenn vertraute Menschen radikalen Ideen folgen? Und wie können junge Menschen Haltung zeigen, wenn Demokratie und Menschlichkeit unter Druck geraten? Mit diesen Fragen setzten sich Schülerinnen und Schüler der Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung im Rahmen des Projekts „Empfänger unbekannt“ auseinander.
An insgesamt drei Projekttagen Anfang März 2026 nahmen 15 Berufsschulklassen mit 300 Schülerinnen und Schülern der Hanse-Schule an dem Theaterprojekt teil. In Kooperation mit dem jungen schauspiel lübeck erlebten die Lernenden das Theaterstück „Empfänger unbekannt“ nach Kressmann Taylor und arbeiteten anschließend in theaterpädagogischen Workshops weiter.
Das Stück erzählt in Form eines Briefwechsels von zwei Freunden und Geschäftspartnern: Max Eisenstein und Martin Schulze. Anfangs verbindet sie eine enge Freundschaft über Ländergrenzen hinweg. Doch politische Propaganda, Radikalisierung und Ausgrenzung verändern den Ton der Briefe. Was als vertraute Korrespondenz beginnt, führt zu Entfremdung und Verrat. Die Inszenierung machte spürbar, wie Ideologien persönliche Beziehungen zerstören können und wie wichtig Zivilcourage, kritisches Denken und Menschlichkeit sind.
Schauspieler Michael Fuchs verkörperte auf der Bühne Max Eisenstein; Quintus Hummel war als Martin Schulze per Video in die Inszenierung eingebunden. Die Mischung aus gesprochenem Text, Videoprojektionen und Musik eröffnete den Schülerinnen und Schülern einen emotionalen Zugang zu Fragen, die hochaktuell sind: Wie reagieren wir auf Fake News, Hetze und Verschwörungserzählungen? Wie erkennen wir Radikalisierung und von wem lassen wir uns gerne führen? Und in der Folge – wie übernehmen wir Verantwortung für demokratisches Zusammenleben?
In den anschließenden Workshops setzten sich die Klassen aktiv mit den Themen auseinander. Sie hinterfragten Vorstellungen von Führung und Mitläufertum, erprobten Ausdrucksformen im Raum und entwickelten gemeinsam Ideen zur Zukunftsgestaltung. Eine Gesprächsrunde mit dem Schauspieler und dem Produktionsteam verband die Eindrücke aus dem Stück mit der Lebenswirklichkeit der Jugendlichen.
Für die Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung ist das Projekt ein wichtiger Beitrag zur Demokratiebildung. Gerade an einer berufsbildenden Schule, die junge Menschen auf berufliches und gesellschaftliches Handeln vorbereitet, sind Respekt, Verantwortung und Haltung zentrale Bildungsziele.
Ermöglicht wurde die Entwicklung des Schauspiels durch die Förderung der Michael Haukohl-Stiftung, die Aufführung durch die Förderung von Schule trifft Kultur in Schlewig Holstein sowie dem Ministerium für Allgemeine und Berufliche Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur. Die Hanse-Schule dankt allen Beteiligten für die gelungene Zusammenarbeit. „Empfänger unbekannt“ hat eindrücklich gezeigt: Demokratie lebt davon, dass Menschen hinschauen, nachfragen und Haltung zeigen.
Hanse-Schule für Wirtschaft und Verwaltung

