Schon vor 6 Jahren hat die Hanse-Schule Kontakte nach China aufgebaut, nun konnten 10 Auszubildende das Land und Menschen persönlich kennenlernen. Alle Teilnehmer teilten das gemeinsame Interesse an dem Land, der Kultur und der chinesischen Gesellschaft, die so viel anders als gewohnt wirken. Niemand hatte zuvor China besucht und so war die Spannung groß, als es endlich am 14.10. losging. Anlass für den Besuch im „Reich der Mitte“ war die Teilnahme an einem Businessplan-Wettbewerb bei der Partnereinrichtung Guizhou College of Electronic Science and Technology in Guiyang/Provinz Guizhou.

Zunächst ging die Reise jedoch in die Stadt Changzhou (5,3 mio Einwohner) in der Nähe von Shanghai. Dort besuchte die deutsche Delegation aus Industrie – und Veranstaltungskaufleuten, Kaufleuten für IT-Systemmanagement das Technische College für Metallurgie. Vermittelt hatte den Kontakt die langjährige Freundin der Hanse-Schule Frau Zhao Minhua aus Shanghai, die mit viel Herz und Engagement den deutsch-chinesischen Austausch unterstützt. Bei der Collegeführung stellte sich heraus, dass die historische Bezeichnung College für Metallurgie etwas verwirrend ist, denn junge Menschen werden hier hauptsächlich in den Bereichen intelligente Fertigung (z. B. Automobiltechnik, Zerspanung und Robotik) und Dienstleistungen, zu denen service-, pflege- und sozialbezogene Fachrichtungen gehören, ausgebildet. Es wurde deutlich, dass die berufliche Ausbildung junger Chinesen immer mehr Elemente der deutschen dualen Ausbildung, die als Vorbild galt, übernommen hat, und mit chinesischer Prägung umgesetzt wurde. Enge Kooperationen gibt es u. a. mit China Eastern Airlines u. a. für die Ausbildung von Flugbegleitern und deutschen Unternehmen in Changzhou wie z. B. ThyssenKrupp für den technischen Bereich. Da auch Köche ausgebildet werden, konnten die Auszubildenden regionale Gerichte kosten wie den Eichhörnchen-Fisch (Husarenfisch) und einer Teezeremonie beiwohnen.
Den formellen Abschluss des Besuchs bildete die Unterzeichnung eines Memorandum of Understanding für eine engere Zusammenarbeit zwischen der Hanse-Schule Lübeck und des Technischen Colleges für Metallurgie Changzhou. Damit erhielt die Hanse-Schule ihre zweite Partnerschule für den Austausch in China.

Die Vereinbarung hat eine besondere Bedeutung für beide Einrichtungen. Bisher bestand ein Kontakt des Colleges zur Handwerkskammer und Industrie- und Handelskammer Oldenburg – die Hanse-Schule ist die erste deutsche Berufsschule in einem nichtkommerziellen Austauschformat. Zugleich ist die Technikerschule Changzhou die erste lokale Schule, die eine direkte Zusammenarbeit mit einer deutschen Berufsschule schriftlich vereinbart hat.
Am Nachmittag besuchte die Delegation das Wende-Zentrum für Sprache und Austausch (文德语言交流中心) in Changzhou. Dort traf sie auf mehr als 40 Deutschlernende, die konkrete berufliche Wege nach Deutschland (vor allem im Bereich der Pflege) verfolgen und deshalb den direkten Austausch mit den Gästen aus Lübeck suchten. Die Auszubildenden der Hanse-Schule stellten Deutschland, Schleswig-Holstein, Lübeck, die Hanse-Schule und ihre Ausbildungsbetriebe vor. Zudem beantworteten die Auszubildenden Fragen zum Arbeitsleben in Deutschland. Die offene Gesprächsatmosphäre prägte die gesamte Begegnung.
Das Technische College Changzhou betraute Frau Xu Min mit der Koordination des weiteren Austauschs. Die Schulleiterin der Hanse-Schule unterzeichnete eine weitere Absichtserklärung für die Zusammenarbeit auch mit dem Wende-Zentrum für Sprache und Austausch. Diese zweite Vereinbarung ergänzt die Partnerschaft zwischen Hanse-Schule und Technischen College um eine weitere Institution. Vielen Dank an Frau Xu Min für das Vertrauen und die herzliche Betreuung. Wir freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit.
Am Abend fuhr die deutsche Delegation dann nach Shanghai. Die Mega-Metropole hat eine enorme Anziehungskraft. Trotz der langen Anreise von insgesamt 26 Stunden und einer Zeitverschiebung von 6 Stunden waren die Auszubildenden gespannt darauf, die Stadt zu erkunden.
~Jens Oberbeck, Oktober 2026
